Ein untreuer Ehemann, eine aufdringliche Nachbarin und ein fallengelassenes Eis – mehr braucht es eigentlich nicht, um Rhonda Russells Leben komplett zu zerstören und sie für Jahre im Gefängnis verschwinden zu lassen.
Sieben Menschen haben ihre jeweils sehr eigene Geschichte über diesen Tag und seine Folgen zu erzählen. Irgendwo dazwischen liegt das, was wir in unserem grenzenlosen Optimismus die Wahrheit nennen.
Und in Robert Hewetts Stück ist es wie im Leben: es rückt nur stückchenweise damit heraus. Erst allmählich kristallisiert sich die Wahrheit aus den Puzzlestücken, den verschiedenen Perspektiven auf ein und denselben Fall heraus. Und erweist sich dabei - auch das wie im Leben - mal als saukomisch, mal als tieftraurig, meistens aber als das, womit man nun aber sowas von gar nicht rechnen konnte...
Eine Geschichte, eine, die einen vom ersten Moment an packt. Eine Geschichte über die unbarmherzige, die zerstörerische Macht des Zufalls. Die uns konfrontiert mit einem guten halben Dutzend Menschen, rührend in ihren Sehnsüchten, beängstigend in ihren Selbstlügen, monströs in ihren Egoismen. Sie alle kämpfen hier auf der Bühne einen lebenswichtigen, einen verzweifelten Kampf um die Deutungshoheit über Rhondas Geschichte. Aber wessen Wahrheit wird sich als die richtige herausstellen?
Eines der raffiniertesten Stücke, die je auf unserem Spielplan standen. Und mit einer der größten schauspielerischen Verwandlungsleistungen, die je auf unserer Bühne zu sehen war. Mit einem Wort: Andrea zum Felde spielte DIE BLONDE, DIE BRÜNETTE & DIE RACHE DER ROTHAARIGEN. Und wer da der Ansicht war, ein Stück mit nur einer Schauspielerin sei kein Theater, der konnte sich hier vom Gegenteil überzeugen. Am Ende blieb das Gefühl, ein ganzes Ensemble auf der Bühne gesehen zu haben. Und die Einsicht: Mehr Theater geht nicht!


