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Das SPANNENDSTE Theater Bremens...

 

Robert Thomas 

Die Falle

Daniel ist außer sich vor Sorge und Selbstvorwürfen: mitten in den Flitterwochen hat er sich mit Elisabeth dermaßen zerstritten, dass sie ihn und das gemeinsame Ferienhaus in den französischen Alpen verließ. Zehn Tage ist das jetzt her, und kein Lebenszeichen von ihr. Hat sie ihn verlassen? Ist sie verunglückt oder gar tot? 

Gerade hat er die Polizei eingeschaltet, da verkündet ihm der Dorfgeistliche, seine Frau sei wieder da und wolle sich mit ihm aussöhnen. Doch wie soll er dem Kommissar klar machen, dass die Frau, die da über seine Schwelle tritt, nicht Elisabeth ist?


Kommissar (zu Elisabeth): 


Morgen mittag weiß ich die Wahrheit.

Entweder sind  S i e  sehr stark,

oder  aber er ist irrsinnig.

Auf jeden Fall

gehört einer von euch beiden

hinter  Schloss und Riegel.


Mit dem achten Theaterstück kam der große Erfolg: als "Piége pour un Homme Seul" im Jahr 1960 im Pariser Theater Bouffes-Parisiens uraufgeführt wurde, wurde der Autor Robert Thomas quasi über Nacht berühmt. Schon bald galt er als Frankreichs Antwort auf Agatha Christie. Und im Jahr darauf schwappte der Erfolg auch über den Rhein, und "Die Falle" wurde in Deutschland das meistgespielte Stück des Jahres 1961.

Trotz dieser beispiellosen Erfolgsgeschichte - zu der mit Sicherheit auch gehört, dass der Altmeister des Thrillers, Alfred Hitchcock, sich die Filmrechte am Stoff sicherte, aber nicht mehr dazu kam, ihn zu realisieren -, und obwohl "Die Falle" auch heute noch häufig in den Spielplänen auftaucht, ist Robert Thomas in Deutschland eher als Autor der "Acht Frauen" bekannt, 2002 von Francois Ozon fürs Kino adaptiert.

Und das ist vielleicht auch gut so. Denn Voraussetzung für den vielleicht raffiniertesten aller Psychothriller ist natürlich, dass man als Zuschauer möglichst von nichts weiß, um sich vom Gang der Ereignisse mehr als einmal überraschen zu lassen…


Auf der Suche nach Elisabeth (Weser-Kurier vom 10.12.2017)

Zehn Tage ist Elisabeth bereits verschwunden und noch immer gibt es keine Spur von ihr. Daniel (Denis Fischer) gibt sich im Chalet aus lauter Verzweiflung dem Alkohol hin, behält Boxershorts und Morgenmantel einfach den ganzen Tag an und vergräbt sich. Bis plötzlich Abbé Maximin (Mark Derichs), Pfarrer des Ortes, bei ihm auftaucht und eine Überraschung dabei hat: die verschwundene Elisabeth (Janina Zamani).

Daniels Freude währt allerdings nicht lange, denn die Frau, die da durch die Tür tritt, ist gar nicht seine Frau. Für den verlassenen Ehemann beginnt ein Albtraum. Auch wenn der Kommissar ihm glauben will, deutet alles darauf hin, dass es nicht die zurückgekehrte Ehefrau ist, mit der etwas nicht stimmt, sondern, dass Daniel selbst psychische Probleme hat und sich seine Verschwörungstheorien nur einbildet.

Denn alle persönlichen Fragen, die er der Frau stellt, um zu beweisen, dass sie lügt, beantwortet sie problemlos. Auch der Kommissar kommt ins Zweifeln: „Entweder sind Sie sehr stark oder aber er ist irrsinnig“, sagt er an die vermeintliche Elisabeth gerichtet. „Auf jeden Fall gehört einer von euch beiden hinter Schloss und Riegel.“

Wer lügt hier also? Was soll das Ganze und sollte es sich hier um einen klug ausgetüftelten Plan handeln – wo ist dann die echte Elisabeth? Hat sie vielleicht sogar etwas mit dem Betrugsversuch zu tun? Das spannende Kammerspiel wirft viele Fragen auf, die es zu beantworten gilt. Leicht zu durchschauen – so viel sei verraten – ist diese Geschichte nicht. Das Stück bleibt spannend bis zum Schluss.

Regie bei „Die Falle“ führten die beiden Theaterleiter Perdita Krämer und Ralf Knapp selbst. Knapp zeichnete sich außerdem für das Bühnenbild verantwortlich und übernahm die Rolle eines potenziellen Zeugen im Stück (weitere Zeugin: Sissi Zängerle).

Dabei zeigte er als flapsiger, trinkender Kunstmaler mit dem Namen Seehecht, wie schon in vergangenen Aufführungen, dass er nicht nur hinter, sondern auch auf der Bühne unterhalten kann. Doch auch der Rest des Ensembles verkörperte seine Rollen glaubwürdig. Zamani, die genauso wie Fischer am Kriminal-Theater zuletzt auch in „Zwei Fremde im Zug“ zu sehen war, mimte die hinterlistige Scheinehefrau, Fischer den verängstigten wie verzweifelten Ehemann souverän.

Ganz besonders überzeugte Schauspieler Uwe Seidel in der Rolle des einfühlsamen Kommissars. Belohnt wurden sie bei der Premiere alle mit langanhaltendem Applaus, der mehr als verdient war.


Mit: Denis Fischer, Janina Zamani, Uwe Seidel, Mark Derichs, Sissi Zängerle, Ralf Knapp

Regie: Ralf Knapp & Perdita Krämer

Premiere: 8. Dezember 2017